Aufgrund von Bodenfunden, nimmt man an, dass der Berghügel bereits in vorgeschichtlier Zeit eine Fluchtburg für die eher spärliche Bevölkerung getragen hat. Taggenbrunn wurde auf den Überresten einer keltisch-römischen Ringwallsiedlung (6. Jahrhundert. vor Christus) erbaut.

860 erlaubte es eine Schenkung Ludwigs des Deutschen, dem Salzburger Bistum, hier Fuß zu fassen. Während des Investiturstreits, hatte das Erzbistum Salzburg die Feste Gut Osterwitz durch “Vergessen des Lehenbandes” an die Spannheimer verloren und sahen sich so genötigt, einen neuen festen Verwaltungssitz in Kärnten zu errichten.

Es dürfte die erste Burg vor 1140 unter Erzbischof Konrad I. von Salzburg, durch den Salzburger Ministerialen “Tagenus von Pongau” (ein Vasalle Salzburgs), der sich danach von Taggenbrunn nannte, erbaut worden sein. Die Familie “von Pongau” dürfte aus dem heutigen Südtiroler Gebiet nach Kärnten gekommen sein, sie hatten nachweislich Besitzungen in und um Brixen. Baumaterial für die Turmburg war der vorhandene Diabas, die Grundfläche des beringten Turmhauses betrug etwa 20x9m (Festes Haus)

1140/42 wird ein Rahuinus de Takkenbrunnen bezeugt. Sowie ein Otto de Takkenbrunnen.

Bis 1157 wird ein “castrum takenprunne” erstmals urkundlich erwähnt, Taggenbrunn Lehensbesitz der gleichnamigen Fam., danach wurde es von salzburgischen Pflegern verwaltet. Der erste Kustos/Pfleger war der Edle Engelbertus Puzzo aus Straßburg.

1162 bestätigte Erzbischof Eberhard I. von Salzburg Zehent dem Stift St. Georgen und unter anderem auch für Taggenbrunn.

1255/58 Philipp von Spannheim nimmt Taggenbrunn ein und zerstört es weitgehend. In die Fehde zwischen dem Bischof von Salzburg u. Phillipp von Spannheim und dem Bischof Ulrich von Seckau um das Erzbistum Salzburg, griff schließlich Herzog Ulrich III. von Kärnten zugunsten seines Bruders Philipp ein.

1268 gelang es Salzburgs Erzbischof Wladislaus von Schlesien im Friedensabschluß von St. Radegund mit Herzog Ulrich III. von Kärnten Taggenbrunn wieder für Salzburg zu gewinnen. Er ließ die alte Turmburg und die Ringmauer um ein drittes Geschoss erhöhen und baute an der Ostseite innerhalb der Ring- mauer einen Saalbau an, dessen spitzbogige Fenstergruppe gegen den Hof wiesen. Darüber ließ er Wohnräume errichten.

1292 als sich die Kärntner Adeligen mit den Steirern und dem Erzbistum Salzburg gegen die Habsburger und den Kärntner Herzog Meinhard II. erhoben, überfiel Ulrich von Heunberg St. Veit, bemächtigte sich das hier residierenden Herzogsohns Ludwig und ließ Ihn vorübergehend in Taggenbrunn inhatieren, bevor Ihn der Salzburger Erzbischof Konrad IV nach Hohenwerfen überstellen ließ.

1307 nach dem Otto von Liechtenstein zum Landeshauptmann von Kärnten ernannt worden war, wohnte er auf Taggenbrunn, das Ihm vom Salzburger Erzbischof Konrad IV. v. Fohnsdorf anvertraut wurde.

1318 waren die Brüder Heinrich und Niklas de Raspen Burggrafen auf Taggenbrunn.

1354 ließ sich Erzbischof Ortolof eine Bestätigung des Grafen Zacharias von Hohenrain ausstellen, dem zu folge das Erzbistum Salzburg, nach Absterben der Herrn von Pfannenberg die Herrschaft auf Taggenbrunn erhalte. Demzufolge dürften die steirischen Grafen von Pfannenberg mit Taggenbrunn belehnt gewesen sein. Die Grafen von Pfannenberg haben sich 1292 im Adelsaufstand auf die Seite von Erzbischof Konrad IV. von Fohnsdorf geschlagen. Die Grafen von Pfannenberg starben 1362 in direkter Linie aus. Die Witwe des letzten Grafen heiratete einen Grafen von Montfort. Diese hatten Taggenbrunn von ca. 1430-60 als Lehen.

1395 wird ein “purgraff ze Takkenprunnen” erwähnt.

1473,75 u. 78, die türkischen Streifscharen wagten es in den Jahren nicht, die Burg, die der umliegenden Bevölkerung als Fluchtort diente, anzugreifen, richteten aber in der Umgebung großen Schaden an. Der Salzburger Erzbischof Bernhard von Rohr (1466-82) verpflichtete den begüterten Kärntner Siegmund Mordax zur Übernahme und Pflege der Feste Taggenbrunn.

1479 stellte der Salzburger Erzbischof Bernhard von Rohr (1466-82) die Burg den Ungarn, mit denen er gegen Kaiser Friedrich III. verbündet war, als Stützpunkt zur Verfügung. 23 ungarische Knechte unter Oberst Rum besetzten Taggenbrunn. Sie wurden ausgehungert und kapitulierten schließlich, man lies Sie abziehen. Dies hatte zur Folge, dass die Burg im Jahr darauf von kaiserlichen bzw. Kärntner Truppen unter Berthold Mager von Fuchsstatt und Leonhart von Kollnitz (Pfleger von Osterwitz) erstürmt und neuerlich zerstört wurde.

1482 dankte Bernhard von Ror als Erzbischof ab, der Streit um Taggenbrunn ging aber weiter.

1485 versuchte der Hauspfleger von Taggenbrunn, Albrecht (der uneheliche Sohn des letzten Burgschenks von Osterwitz) Burg Hochosterwitz an sich zu reisen, das Unterfangen misslang und Albrecht wurde in St. Veit geköpgt.

1490 als der ungarische Streit endlich beendet wurde, waren die Salzburger Besitzungen in Kärnten und Steiermark verheert und der Erzbischof hatte seine Hochheitsrechte fast zur Gänze verloren.

1494 Friedrichs Sohn Maximilian I. (1459-1519) gab Taggenbrunn wieder dem Erzbistum Salzburg (unter Erzbischof Sigmund II. von Holleneck) zurück.

1497-1503 der Salzburger Erzbischof Leonhart v. Keutschach (1495-1519) baute die Burg nach den neusten Erkenntnissen des Festungsbaues wieder auf.

Er ließ auch die unterhalb der Anlage gelegenen Wirtschafts- bauten errichten. Die Raumausstattung der Burg Taggenbrunn scheint für einen “Verwaltungssitz” recht prachtvoll gewesen zu sein.

Um 1500 wird ein “Sewald Feulner” als Pfleger auf Taggenbrunn genannt, der auch als Eigentümer von Schloss Falkenberg urkundlich erwähnt wird.

1508 Sigmund und Wolfgang v. Keutschach (Brüder d. Erzbischofs) Pfleger auf Taggenbrunn.

1536 kommt es zum Abschluss von Verträgen zwischen dem Erzbistum Salzburg und den Habsburgern. Der Erzbischof verzichtet auf die Landeshoheit in seinen Kärntner Besitzungen, somit verliert langsam Taggenbrunn an militärischer Bedeutung und Funktion, es wird ein reiner Verwaltungssitz für Salzbrug, von dem aus die Salzburgischen Besitztümer, unter anderem auch Maria Saal, betreut werden.

1688 zeichnet Valvasor die Burg und zeigt sie von der Nordseite, leider ist diese einzige Abbildun von Taggenbrunn mangelhaft und unverlässlich.

1692 der letzte Pfleger übersiedelt nach Maria Saal, danach wurde Taggenbrunn nicht mehr bewohnt, lediglich ein Wärter hauste noch dort.

1770 war die Anlage noch in einem ziemlich guten Zustand und die Messe wurde jeden Mittwoch in der Kapelle St. Johannis gelesen - diese hatte einen großen Zulauf aus der Bevölkerung.

Ende des 18 Jahrhunderts wurde die bereits verfallene Burgkapelle entweiht und das frühgotische Abendmahlrelief nach St. Peter bei Taggenbrunn übertragen. Ein wertvolles gotisches Messbuch kam nach Wien. Drei große Kanonen, mehrere Wagen mit Gewehren, Rüstungen, Schilde und Schwerter wurden nach Maria Saal gebracht.

1796 bezeichnet Mayers bereits Taggenbrunn als Ruine. Im Ost- turm erwähnt er jedoch noch ein Burgverlies so wie das mächtige innere Burgtor.

1803 nach dem Reichsdeputationshauptschluß und der Aufhebung des Fürstenstums Salzburg kam die Burg mit den übrigen salzburgischen Besitzungen an die Habsburger, war jedoch inzwischen zur Ruine geworden. Noch brauchbare Bau- teile, wie steinerne Tür- und Fensterstöcke, dienten der Bevöl- kerung von St. Veit als willkommenes Baumaterial. Unter anderem wurde das Mauthaus der Schönmühle aus Gestein der Burg gebrochen.

1818 war der Zugang bereits unmöglich. 1858 erwarb Antonie von Rayer Taggenbrunn. 1883 ist es im Besitz der Familie Paulitsch und im selben Jahr kommt die Anlage an die Fam. Kleinszig.